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Modul III-1 – Keine Zeit für Führung – fehlende Präsenz

So läuft’s rund

Sie behandeln Führungsaufgaben als unverzichtbares und dauerhaftes Prio-1-Projekt, für das Sie entsprechend Zeit investieren.

So läuft’s aus dem Ruder

Ohne Zeit, findet Führung nicht statt. Wenn Sie für Ihre Mitarbeiter nicht präsent sind, bremsen Sie sie aus und verhindern erfolgreiches Arbeiten.
Ihre Souveränität leidet, Sie wirken unzuverlässig, gehetzt und fahrig.


Fallbeispiel: Herr Wandelbar kriegt’s nicht geregelt

Herr Wandelbar leitet ein Team von zwölf teils erfahrenen Experten. Er erwartet von ihnen viel Eigenständigkeit, denn er ist häufig außer Haus. Er hat ein hohes Reiseaufkommen, und wenn er vor Ort ist, ist er eng getaktet. Ein Besprechungsmarathon von morgens bis abends ist keine Seltenheit. Für Vor- und Nachbereitung bleibt kaum Zeit – da ist Improvisationstalent gefragt. Herr Wandelbar ist froh, wenn es ihm überhaupt gelingt, pünktlich zu den Terminen zu erscheinen. Auf eine normale Mittagspause verzichtet er schon lange. Lieber nutzt er die Zeit am Computer und isst eine Kleinigkeit nebenbei. Wenn er aus einer Besprechung oder von einer Reise in sein Büro zurückkehrt, überfallen ihn die Mitarbeiter meist direkt mit ihren Anliegen, bevor er überhaupt richtig angekommen ist. Das ärgert ihn, denn schließlich kann er sich nicht zerreißen. Er würde sich durchaus ein wenig mehr Rücksicht wünschen. Unter Druck hört er sich dennoch die Fragen und Nöte der Mitarbeiter an, trifft im Vorbeigehen Entscheidungen und verteilt per Zuruf Aufgaben an seine Leute. Wenn er abends nach der letzten Besprechung an seinen Platz zurückkehrt, sind die meisten Kollegen bereits in den Feierabend gegangen. Für ihn beginnt dann erst das Abarbeiten seiner Themen. Die Mails müssen gelesen und beantwortet werden und die eine oder andere drängende Fachaufgabe wartet auf Erledigung. Um nicht allzu spät nach Hause zu kommen, nimmt er Arbeiten mit in den Feierabend oder ins Wochenende.
Die Mitarbeiter beklagen die fehlende Präsenz ihres Vorgesetzten:

Herr Wandelbar ist kaum ansprechbar und wenn man dringend eine Entscheidung von ihm braucht, wird er zum Flaschenhals und verzögert die Abläufe. Er vergisst Zusagen, die er gemacht hat, Anfragen bleiben unbeantwortet und die Erledigung von Aufgaben, die er übernommen hat, lässt auf sich warten. Er interessiert sich eigentlich gar nicht für unsere Anliegen und hat keine Ahnung davon, was im Team vor sich geht.

 

Fallbeispiel: Herr Wandelbar kriegt’s geregelt

Herr Wandelbar leitet ein Team von zwölf teils erfahrenen Experten. Um seinen Führungsaufgaben in Zukunft vernünftig nachkommen zu können, hat er sich zeitliche Freiräume geschaffen. Er hat seine Fachaufgaben deutlich reduziert. Er nimmt nur noch an wenigen Besprechungen persönlich teil, einen Teil hat er an erfahrene Mitarbeiter in seinem Team delegiert und einige hat er gecancelt. Mit seinen beiden Junior-Mitarbeitern setzt er sich einmal pro Woche für eine halbe Stunde zu einem Jour fix zusammen. Die anderen zehn Mitarbeiter haben signalisiert, dass sie das nicht brauchen. Stattdessen haben diese um einen festen Zeitraum pro Tag gebeten, innerhalb dessen Herr Wandelbar verbindlich für sie erreichbar ist. Herr Wandelbar hatte gleich morgens zwischen acht und neun Uhr vorgeschlagen, doch das war einigen Mitarbeitern zu früh. So wurde vereinbart, dass er ab zwölf Uhr mittags für eine Stunde am Platz arbeitet, beziehungsweise bei Dienstreisen telefonisch erreichbar ist. In dieser Zeit ist entweder seine Tür geöffnet, oder aber seine Telefonleitung frei. Gespräche mit den Mitarbeitern haben dann erste Priorität. Wenn seitens der Mitarbeiter nichts ansteht, bearbeitet Herr Wandelbar seine Mails.
Zudem wurde vereinbart, dass in einem wöchentlichen Meeting alle teamrelevanten Fragestellungen besprochen werden. Organisation, Struktur und Inhalte dieses Meetings hat Herr Wandelbar gemeinsam mit seinem Team erarbeitet. Dabei wurden auch ein paar verbindliche Regeln zur Effizienzsteigerung festgelegt. Die Vor- und Nachbereitung sowie pünktlicher Anfang und Ende des Meetings waren allen am wichtigsten. Für dringende Notfälle wurde vereinbart, dass Herr Wandelbar zweimal kurz hinter einander auf seinem Handy angerufen wird. Selbst auf Reisen oder in Meetings, wenn sein Handy auf Vibration gestellt ist, bemerkt er so, dass sein Team einen dringenden Rückruf braucht. Um mit dem Ohr nah am Geschehen zu sein, schließt sich Herr Wandelbar ab sofort regelmäßig an, wenn sein Team eine Pause macht. Bei besonders interessanten News holt er spontan alle zusammen und informiert kurz und ohne Aufwand im Stehen. Was seine Mitarbeiter an meisten schätzen, ist, dass er sich bei persönlichen Anliegen menschlich zeigt und er gemeinsam mit ihnen stets eine gute Lösung findet, um die persönlichen und beruflichen Anliegen miteinander zu vereinbaren.

Aufgabe:

Bitte bearbeiten Sie die Reflexionsanleitung zum 1. Kapitel, bevor Sie sich dem nächsten Kapitel zuwenden. Das Handout Servicelevelvereinbarungen zum Download.
 


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