Gastzugang: Modul I-5

Modul I-5 – Ich hab’ recht und du bist doof − wenn jeder unter einer Glocke sitzt

Nun sind wir innerhalb unseres ersten Lernmoduls bereits beim fünften Kapitel angelangt. Sie haben neue Einsichten gewonnen und intensive Reflexionsarbeit geleistet. Und das alles, während die akute Krisensituation das Tagesgeschäft beeinträchtigt, an den Nerven zerrt und schlicht und ergreifend nach Lösungen verlangt. Und trotzdem wird es weiterhin darum gehen, sich aufs Denken, statt aufs Handeln zu konzentrieren. Selbst dann, wenn es Ihnen so erscheint, als liefe bereits alles aus dem Ruder. Ich habe während meiner beruflichen Laufbahn zahlreiche Prozesse dieser Art begleitet und eines kann ich Ihnen versichern: Die Möglichkeit, das Ruder nachhaltig herumzureißen, steht und fällt mit der Fähigkeit, die Situation sowie ihr eigenes Verhalten und das Ihrer Mitarbeiter gründlich zu reflektieren. Indem Sie sich jetzt die Zeit nehmen, genau das zu tun, schaffen Sie die entscheidende Basis, Ihr Team − ebenso wie sich selbst − erfolgreich aus der Krise heraus zu führen. Ihre jetzige Geduld wird sich auszahlen. Vertrauen Sie mir gerne!

Schauen wir also zurück, was wir bislang erarbeitet haben:

  • Wir haben erkannt, dass wir uns bei Angriff verteidigen wollen.
  • Wir haben gelernt, ein Problem von einem Konflikt zu unterscheiden.
  • Wir haben uns die Faktoren angesehen, die dazu führen, dass ein Konflikt entsteht und geklärt,
  • dass es bei der Lösung von Konflikten immer um Emotionsmanagement geht.
  • Wir wissen, dass der Schlüssel für erfolgreiches Emotionsmanagement in einer konstruktiven Kommunikation liegt.
  • Wir haben erfahren, dass wir für Klärung auf der Sachebene sorgen, indem wir bewusst die Beziehungs- und Gefühlsebene in unsere Kommunikation einbeziehen.
  • Außerdem haben wir uns klar gemacht, dass unsere gute Absicht keineswegs immer unserer Wirkung entspricht. Indem wir um ehrliches Feedback zu unserer Wirkung bitten, dieses auch ernst nehmen, haben wir ein weiteres Werkzeug in der Hand, das uns dabei unterstützt, wieder Herr der Situation zu werden.
  • Zudem haben wir uns klar gemacht, dass unsere Fähigkeit, zwischen Absicht und Wirkung zu differenzieren, uns in die Lage versetzt, empathisch auf unsere Mitarbeiter zuzugehen und hinter ihrer möglicherweise negativen Wirkung die positive Absicht zu entdecken.

 

All dies sind wichtige Erkenntnisse, die uns nicht nur helfen, den notwendigen Abstand für die Konfliktlösung zu erreichen, sondern auch Empathie für den Konfliktpartner aufzubauen und neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
In diesem Kapitel möchte ich noch einen Schritt weiter gehen: Angenommen, Sie gehören zu den Führungskräften, die nach ehrlicher Prüfung zu dem Ergebnis gekommen sind, dass sie zu jedem ihrer Mitarbeiter ein Plus auf Gefühls- und Beziehungsebene pflegen. Angenommen, Sie gehören zu den Führungskräften, die um Feedback zu ihrer Wirkung bitten, die den Wert von Kritik erkennen und nutzen, ihre Wirkung mit ihrer Absicht abgleichen und es sogar schaffen, die gute Absicht hinter der wenig angenehmen Wirkung ihrer Mitarbeiter zu erkennen und sie genau abholen − und angenommen, Sie befinden sich dennoch in einer ungelösten Konfliktsituation. Dann kann Ihnen das sogenannte Glockenmodell dabei helfen, selbst die festgefahrensten Konfliktsituationen erstaunlich simpel zu entkrampfen.

Zusammenfassung

Sie wissen, Ihre Mitarbeiter und auch Sie sind im Moment jeweils in ihrer Sicht- und Erlebensweise gefangen. Doch dabei muss es nicht bleiben: Indem Sie unter die Glocke Ihres jeweiligen Kontrahenten schlüpfen, verlassen Sie Ihr Denken in den Kategorien von falsch und richtig, schuldig und unschuldig, Opfer und Täter. Stattdessen erfahren und respektieren Sie, dass jeder eine für sich schlüssige Sicht- und Erlebensweise hat.

Was bringt mir das konkret?

Sie werden mehr über Ihre Wirkung und über die Gefühle Ihrer Mitarbeiter erfahren und Sie werden erkennen, was Ihre Mitarbeiter von Ihnen als Führungskraft brauchen, damit sie einen guten Job machen können.

Und keine Sorge: Das bedeutet nicht, dass Sie sich damit einer Art Gehirnwäsche unterziehen oder die eigene Sichtweise aufgeben. Denn: Verstanden ist nicht gleichbedeutend mit einverstanden! Wenn Sie sich also unter die Glocke ihrer Mitarbeiter begeben, werden Sie daraus nicht geschwächt hervorgehen, sondern − im Gegenteil − ausgestattet mit klaren Erkenntnissen darüber, wie Sie gezielt die Führung übernehmen und die Situation in die gewünschte Richtung steuern können.

Aufgabe

Bitte bearbeiten Sie die Reflexionsanleitung zum 5. Kapitel, bevor Sie sich dem nächsten Kapitel zuwenden.


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Modul II-8 – O Captain my Captain. Oder: Wie Sie auch bei hohem Wellengang sicher steuern
Modul III-1 – Keine Zeit für Führung – fehlende Präsenz

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